Ein Naturreservat mit über 600 Jahren Geschichte
Gränsö liegt rund fünf Kilometer vor den Toren Västerviks — eine 328 Hektar große Halbinsel, seit 1995 Naturreservat und im Besitz der Gemeinde Västervik. Ihre Geschichte reicht mehr als 600 Jahre zurück. Das heutige Herrenhaus entstand 1807 zunächst als Holzbau, bevor es 1847–1851 von Erik Sparre im sogenannten Tjust-Empire-Stil zum Schloss umgebaut wurde. Über die Jahrhunderte gehörte Gränsö unter anderem der Adelsfamilie Oxenstierna, zuletzt bis 1969 der Familie des Barons Robert Fleetwood. 1993 zerstörte ein Brand große Teile des Schlosses, 1994 wurde es wiedereröffnet.
Wandern rund um Gränsö
Der Gränsöleden führt einmal komplett um das Naturreservat herum — zwölf Kilometer, teils auf kleinen Wegen, mit mehreren Abkürzungsmöglichkeiten für alle, denen die volle Strecke zu lang ist. Im südlichen Teil der Halbinsel gibt es zusätzlich einen 2,7 Kilometer langen Naturpfad mit dem Wald als Thema, Start und Ziel am Parkplatz Sandvik. Unterwegs warten mehrere Aussichtspunkte und Windschutzhütten (vindskydd) für eine Rast.
Baden und Schnorcheln bei Sandvik
Am Sandvik-Strand liegt nicht nur der Ausgangspunkt der Wanderwege, sondern auch eine der schönsten Badestellen der Gegend — mit Sandstrand ebenso wie Badefelsen, dazu ein eigener Schnorchel-Pfad für alle, die auch unter Wasser etwas von Gränsös reichem Tier- und Pflanzenleben sehen wollen.
Die alten Eichen im Norden
Rund um Gränsö Slott im Norden der Halbinsel liegen lichte Eichenhaine — einige der Bäume sind alt und hohl, ein einzigartiger Lebensraum für über tausend Insekten-, Pilz- und Flechtenarten. Im morschen Holz im Inneren der alten Eichen (dem sogenannten Mulm) fühlen sich viele seltene Käferarten wohl; wichtig ist dafür, dass die Bäume weiterhin sonnenbeschienen bleiben — ein Detail, das die Naturschützer bei der Pflege des Reservats gezielt berücksichtigen.
Gränsö Slott: Pause mit Schlossflair
Nach der Wanderung lohnt sich ein Zwischenstopp am Schloss selbst: Gränsö Slott ist heute ein Hotel- und Spa-Resort mit Restaurant, Bootssteg sowie gelegentlichen Konzerten und Ausstellungen, umgeben von einem restaurierten englischen Landschaftspark. Auch ohne Übernachtung ist ein Kaffee oder ein Essen dort ein schöner Abschluss für den Ausflug.
Praktische Hinweise
Das Naturreservat ist frei zugänglich (Allemansrätten), ein Eintritt wird nicht erhoben. Parkplätze gibt es unter anderem bei Sandvik. Von Ullevi aus sind es über Västervik rund 40 Autominuten. Wer den Ausflug mit einer Schärentour verbinden möchte, findet passende Anregungen in unserem Artikel Bootstouren ab Västervik: Inselhüpfen im Tjust-Schärengarten.
