Der Tjust-Schärengarten: 5.000 Inseln vor der Haustür
Vor Västervik beginnt einer der größten und ursprünglichsten Schärengärten Schwedens: der Tjust-Schärengarten, mit schätzungsweise 5.000 Inseln, Holmen und Schären zwischen der Stadt und der offenen Ostsee. Wer einen Tag lang eintauchen möchte, muss dafür kein eigenes Boot besitzen — vom Hafen in Västervik legen in der Saison regelmäßig Ausflugsboote ab, die autofreie Inseln mitten im Wasser ansteuern.
Von Ullevi aus ist der Ausgangspunkt schnell erreicht: Västervik liegt rund 40 Kilometer entfernt, mit dem Auto eine knappe Dreiviertelstunde. Wer früh losfährt, hat den ganzen Tag Zeit für eine Insel — oder sogar zwei.
Welches Boot fährt wohin
Das klassische Ausflugsboot ab Västervik verbindet in der Hochsaison mehrmals täglich die beiden bekanntesten Schäreninseln: Hasselö, die größte und bekannteste Insel des Schärengartens, und Idö, ganz am äußeren Rand der Schären gelegen. Beide Inseln sind autofrei — genau das macht ihren besonderen Charme aus.
Wer es ruhiger und ursprünglicher mag, nimmt stattdessen das Postboot: Es legt mehrmals wöchentlich vom Gränsö-Kanal ab und versorgt die kleineren Inseln Sladö, Torrön, Hasselö und Norra Malmö — Post, Pakete und eben auch Passagiere. Die Plätze sind begrenzt, eine Reservierung am Vortag ist empfehlenswert. Wer noch weiter hinaus möchte, kann von Oskarshamn aus (gut eine weitere halbe Autostunde südlich von Västervik) sogar zur Nationalpark-Insel Blå Jungfrun übersetzen — ein Tagesausflug für sich, mit Sagen um Hexen und einen sagenumwobenen blauen Berg.
Fahrpläne, Abfahrtszeiten und Preise wechseln von Saison zu Saison — am zuverlässigsten sind die aktuellen Angaben direkt beim Tourismusbüro Västervik oder auf der Website des jeweiligen Bootsanbieters. Tickets gibt es meist direkt am Kai oder im Turistbyrå in der Innenstadt.
Was man auf den Inseln erleben kann
Auf Hasselö wartet ein feiner Sandstrand — ungewöhnlich für die sonst eher felsige Schärenlandschaft —, dazu ein kleiner Sommerladen mit Café direkt am Strand für Snacks und Eis, ein Restaurant mit Mittagsbuffet etwas landeinwärts sowie ein Gästehafen. Wer mag, leiht sich vor Ort ein Fahrrad oder ein Seekajak und erkundet die Insel auf eigene Faust.
Idö ist kleiner und ursprünglicher: dichte Vegetation, klare Ostseeluft und ein Aussichtspunkt, von dem sich der Blick weit über Wasser und Schären spannt. Auf manchen Bootstouren ab Västervik wird sogar eine kleine Adler- und Seehund-Safari mit angeboten — ein Fernglas lohnt sich.
Ein Urlaubstag zum Inselhüpfen ab Ullevi
Am entspanntesten gelingt der Tag mit einer Insel als Ziel: morgens von Ullevi nach Västervik, dort das Boot zur gewünschten Insel nehmen, ankommen, den Strand oder die Wanderwege genießen, in Ruhe zu Mittag essen — und am Nachmittag mit einem der späteren Boote zurück. Wer die Zeit hat, kombiniert den Bootstag mit einem Bummel durch die hübsche Holzhausaltstadt von Västervik oder einem kurzen Stopp bei Gränsö Slott direkt am Hafen. Und wer selbst lieber paddelt statt zu fahren, findet im Beitrag Mit dem Kajak durch den Schärengarten bei Västervik die passende aktive Alternative.
- Abfahrt: Hafen Västervik (Idö/Hasselö) bzw. Gränsö-Kanal (Postboot)
- Entfernung ab Ullevi: ca. 40 km / gut 40 Autominuten bis Västervik
- Inseln: Hasselö (Sandstrand, Café, Restaurant), Idö (Aussichtspunkt, Adler- & Seehundsafari)
- Weiter draußen: Nationalpark Blå Jungfrun, ab Oskarshamn
- Tickets & Zeiten: beim Tourismusbüro Västervik oder direkt beim Bootsanbieter — Fahrpläne wechseln je Saison
